Wir diskutieren im Folgenden spezielle Eigenschaften von Monomen der Art
mit
bzw.
mit
, insbesondere betrachten wir die Kurvenkrümmung und den Krümmungsradius. In Abbildung 1 sind exemplarisch die drei Monome
,
und
mit der Lage der entsprechenden minimalen Krümmungskreisen dargestellt.

Abbildung 1
Die Kurve des Monoms
hat ihre maximale Krümmung
an der Position
(1) ![Rendered by QuickLaTeX.com \begin{equation*} \begin{split} x = x^{(n)}\mid_{k=\text{max}} &= \pm \, \sqrt[{2n-2}]{\dfrac{n-2}{a^2n^2(2n-1)}} \\ &= \pm \, {\left({\dfrac{1}{an}\sqrt{\dfrac{n-2}{2n-1}}}\right)}^{\frac{1}{n-1}} \end{split} \end{equation*}](https://web.sumymus.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-f7672d100e78bf4473399aa7bf2eeac5_l3.png)
Die Krümmung
selbst nimmt den Wert
(2) 
an, wobei hier der obige positive Wert von
einzusetzen ist.
Im Grenzfall
ist
und die Krümmung nimmt den Wert
an. Für das Monom
ergibt sich also die maximale Krümmung im Punkt
mit
und somit der minimale Krümmungsradius zu
.
Ohne Bezug auf
kann man die Krümmung direkt mit der folgenden Formel bestimmen
(3) 
Mit wachsendem Exponenten
wandern die Punkte maximaler Krümmung auf den Kurven
von
für
bis
für
. Der Zusammenhang ist in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 2
Die Trajektorie des Punktes der maximalen Krümmung
der Kurve
bei Variation von
von
bis
für positive Werte von
ist in der nachfolgenden Grafik vergrößert dargestellt.

Abbildung 3
Für den Exponenten
nimmt
den maximalen Wert von
an, zugleich ist
.
Interessant ist die Frage nach dem Verhalten dieses Graphen am linken und am rechten Rand des Definitionsbereichs. Betrachten wir zunächst einmal die Umgebung von
und setzen hierfür
:
(4) 
Demnach gilt also für kleine
die Näherungsformel
(5) ![]()
Tatsächlich erhalten wir für die Ableitung
(6) 
für
.
Aus den beiden obigen Approximationen folgt zwanglos
(7) 
Am anderen Ende, also für
, geht
ebenfalls gegen
während
strebt. Der Graph erweckt dabei den Anschein, als ob die Trajektorie die
-Achse unter einem positiven Winkel scheiden würde. Das ist indes nicht zutreffend. Stattdessen haben wir in diesem Fall die Näherung
(8) ![]()
Demnach gilt also
für
.
Generell beschreiben die beiden Näherungsformeln
(9) 
das Verhalten des Graphen von
für große Exponenten
. Insbesondere folgt hieraus
(10) ![]()
sowie
(11) ![]()
Kommen wir nun zum Krümmungsradius
. Aus Formel (3) resultiert unmittelbar die folgende Formel
(12) 
In Abbildung 4 ist der Verlauf
für
dargestellt.

Abbildung 4
Es fällt auf, dass der minimale Krümmungsradius eines Monoms
für Exponenten
zunächst einmal über den initialen Wert von
hinauswächst und bei
ein Maximum erreicht. Der Ausgangswert wird erst wieder bei
(genauer:
) unterschritten. Das verwundert! Intuitiv hätte man mit wachsendem Exponenten eine ebenfalls wachsende maximale Krümmung auf der Kurve
und damit einen sich gleichmäßig reduzierenden minimalen Krümmungsradius erwartet.
Ein genauerer Wert für den Exponenten, bei dem das Maximum des minimalen Krümmungsradius erreicht wird, ist
. Der zugehörige Krümmungsradius ist
. Dazu korrespondieren
und
als die entsprechenden
– und
-Werte des Punktes der maximalen Krümmung auf der Kurve des Monoms
.
Auch hier kann man wieder nach dem Verhalten für kleine und große Exponenten
fragen.
Bei kleinen Exponenten
erhalten wir die folgende Näherung
(13) ![]()
wobei
(14) ![]()
In Abbildung 4 ist der Graph von
dargestellt. In der Nähe des Punktes
erhält man für die Steigung der Kurve
(15) 
Demnach haben wir also
für
bzw. für
.
Aus der vorstehenden Näherungsformel zu
ergibt sich mittels Integration die folgende Abschätzung für den Krümmungsradius
in Abhängigkeit von ![]()
(16) ![]()
Zum gleichen Ergebnis gelangt man durch den direkten Vergleich der oben formulierten Näherungen für
und
. Für
(das ist zutreffend für Exponenten
) bleibt der Schätzfehler unterhalb von
, für
(das ist zutreffend für Exponenten
) ist
.
Aus dem Obigen resultieren die beiden Grenzwerte
(17) ![]()
und
(18) ![]()
Nun zur Analyse für
. Hier erhalten wir die Approximation
(19) ![]()
Damit ist also
(20) ![]()
In Abbildung 5b sind beide Achsen logarithmisch dargestellt, hier erkennt man den Charakter der vorstehend formulierten Näherung unmittelbar.


Abbildung 5a/b
Im folgenden betrachten wir die Trajektorie der Krümmungskreismittelpunkte
. Die Konstruktion der entsprechenden Punkte ist in Abbildung 6 am Beispiel des Exponenten
dargestellt.

Abbildung 6
Für zwei weitere Beispiele von Krümmungskreisen bezogen auf die Exponenten
und
s. Abbildung 7.

Abbildung 7
Die Positionen
werden aus den
und dem entsprechenden Krümmungsradius
folgendermaßen berechnet:
(21) 
Die Näherungsausdrücke für
sind
(22) 
wobei
(23) ![]()
Aus den vorstehenden Ausdrücken folgen unmittelbar die beiden Limites
(24) 
Für kleine Werte von
erhalten wir zudem die folgende Approximation
(25) ![]()
und somit den Limes
(26) ![]()
Weiter erhält man für ![]()
(27) 
wobei
(28) ![]()
Die Grenzwerte für
bzw.
ergeben sich zu
(29) ![]()
sowie
(30) ![]()
Interessant ist noch die Betrachtung des Verlaufs des Winkels
der Steigung der Kurve
am Punkt der maximalen Krümmung. Für
ist dieser Winkel
. Mit wachsendem Exponenten wird der Winkel steiler und wächst schnell zu Werten über
hin. Vom Augenschein her (z.B. von Abbildung 6) ist es zunächst aber dennoch unklar, wie sich der Winkel bei größeren Werten von
verhält. Wir brauchen die Ableitung von
für
und greifen dazu auf Formel (1) zurück.
(31) 
Abbildung 8 zeigt die Steigung der Kurve
am Punkt der maximalen Krümmung in Abhängigkeit von
.

Abbildung 8
Abbildung 9 zeigt den Verlauf des Steigungswinkels in Abhängigkeit von der Position
und parametrisiert mit
.

Abbildung 9
Für kleine Werte von
ergibt sich für
die folgende Näherungsformel
(32) ![]()
Die Steigung
ist für
gleich
, steigt mit
aber rasch an. Betrachtet man die Abhängigkeit von der Position
der maximalen Krümmung (s. Abbildung 9), so findet man für
den Näherungsausdruck
(33) ![]()
und damit auch
. Der Steigungswinkel
wächst daher für kleine
anfänglich mit eine Rate von
. In Abbildung 9 kann man das gut erkennen.
Für
lautet die Approximation
(34) ![]()
Demnach strebt die Steigung der Kurve
am Punkt der maximalen Krümmung für
gegen den Wert
, also
(35) ![]()
Für den Steigungswinkel heißt das
(36) 
Der Verbindungsstrahl zwischen dem Mittelpunkt
des Krümmungskreises und dem zugeordneten Punkt der maximalen Krümmung
steht senkrecht über der Kurve des Monoms ![]()
Der Winkel
der Normalen auf der Kurve
am Punkt der maximalen Krümmung ergibt sich aus dem Steigungswinkel
zu
. Für
ist dieser Winkel
. Mit wachsendem Exponenten wird der Winkel flacher und neigt sich schnell zu Werten über
hin. Bei dem Exponenten
ist der Normalenwinkel genau
. In Abbildung 10 sind die Positionen der Punkte maximaler Krümmung
(rote Kurve) zusammen mit den Mittelpunkten
der entsprechenden Krümmungskreise (blaue Kurve) parametrisiert mit dem Exponenten
aufgetragen. Für einige ausgewählte Parameter
sind die Verbindungsstrecken
gezeichnet (gestrichelte blaue Linien). Zusätzlich sind für
und
die Winkel der Normalen auf der Kurve
explizit dargestellt.

Abbildung 10
Formal folgt aus Formel (31)
(37) 
Damit erhält man für die Näherungsausdrücke wie oben
(38) 
und somit auch den Grenzwert
(39) ![]()
In dem „unscheinbaren“ Winkel
stecken gewissermaßen alle Informationen über die fraglichen Größen
,
,
,
,
und
: Aus
lassen sich alle anderen Werte berechnen, denn Formel (44) ist einfach nach
auflösbar. Es gilt
(40) 
wobei
im Bereich zwischen
und
liegt (das entspricht dem obigen Wert für
. – Hat man also den Winkel
und die Lage eines gegebenen Punkts
als Platzhalter für den Mittelpunkt des Krümmungskreises oder den Punkt maximaler Krümmung eines zunächst noch unbekannten Monoms, so können daraus die weiteren Größen und Positionen direkt berechnet werden.
Wenn wir nun für
die Approximationen für
,
,
,
und
im Zusammenhang betrachten, erkennen wir die folgenden Beziehungen
(41) 
Wegen Formel (8) können wir das ergänzen um
(42) 
Der Abstand
der Peripherie des Krümmungskreises von der
-Achse ergibt sich somit zu
(43) 
Analog folgt für Abstand
der Peripherie des Krümmungskreises von der vertikalen Geraden bei ![]()
(44) 
Insgesamt erhalten wir in der Situation
in erster Näherung die in Abbildung 11 (Skizze A) dargestellte Konstellation. Ausgehend von der typischen Kurve für
und der Position von
auf der schematischen
-Achse sind die davon abgeleiteten Werte für
,
und
sowie die daraus resultierenden Positionen der betreffenden Punkte eingetragen. Der Wert von
ergibt sich als Ergebnis dieser Konstruktion. Wie groß wir
auch immer wählen, bleiben die Beziehungen zwischen den genannten Größen bis auf marginale, in der erreichbaren Genauigkeit einer Zeichnung gar nicht darstellbaren Änderungen völlig gleich. Der Parameter
spielt damit also die Rolle des Maßstabsfaktors.
Vorausgesetzt, wir betrachten weiter große
, so können wir die Zusammenhänge sogar ohne jeden Bezug auf den Exponenten schon mit der Referenzgröße
für
asymptotisch korrekt darstellen (s. Abbildung 11, Skizze B).


Abbildung 11a/b